Kunst und Wandern am Südrand der Schwäbischen Alb

Je nach Zeit und Lust kann dieser Ausflug einen halben Tag in Anspruch nehmen, oder, wenn man die Wanderschuhe und ein Grillvesper mitnimmt, auf einen ganzen Tag ausgedehnt werden.

Die Fahrt geht zunächst über Munderkingen – hier lohnt es sich durch das Städtchen zu fahren, vielleicht auch auszusteigen (Kirche, Marktplatz, Donaufront) und Kirchen nach Mochental. Technikinteressierte können an der Kreuzung über die B311 noch einen Abstecher zum Kalkofenmuseum machen.

In Mochental, der ehemaligen Probstei des Klosters Zweifalten und heute das Reich der Künstlerfamilie Schrade, erwarten den Besucher Barockfresken, Stuckfresken, zeitgenössische Malerei an den Wänden, moderne Skulpturen in den Räumen und Ausstellungen von international bekannten Künstlers in einer der größten und schönsten Privatgalerie Deutschlands. Auch der Welt erstes Besenmuseum befindet sich hier im Schloss. Ein beliebter Treffpunkt ist auch das Bistro im gleichen Gebäude.

Vom Parkplatz aus können viele Rundwanderungen unternommen werden, die sehr gut ausgeschildert sind. Im Frühling isd das besonders schön, da Mochental von Buchenwäldern umgeben ist. Weiter geht es an der Einfahrt in die Landstraße nach rechts bis zur Abzweigung vor Lauterach. Bei gutem Wetter lohnt sich ein Abstecher in Richtung Mundingen bis zum Spiel- und Grill- und Wanderparkplatz am Waldrand. Hier hat man einen herrlichen Blick über ganz Oberschwaben bis zu den Alpen. Auch von hier aus kann man zu gut ausgeschilderten Rundwanderungen aufbrechen. Zumindest sollte man einen kurzen Gang zu der Eichengruppe rechts von der Straße aus unternehmen. Hier ist ein Gedenkstein für einen der ältesten bekannten Richtplätze unter freiem Himmel. Zurück zur Kreuzung und Weiterfahrt in Richtung Untermarchtal und Obermarchtal. Nach cirka 1,5 Kilometern auf der B311 biegt ein kleines Sträßchen nach links ab mit dem Hinweisschild "Soldatenfriedhof". Nach etwa zwei Kilometern überraschen zwei französische Wachhäuschen. Sie bewachen einen hochinteressanten Soldatenfriedhof aus der Napoleonischen Zeit.

Die Klosterkirche von Obermarchtal ist eine frühbarocke Schöpfung der vorarlbergischen Baumeister Thumb und Beer. Die vorzüglich restaurierte Kirche mit dem schweren Wesobrunner Stuck von Schmuzer kann außerhalb der Gottesdienste nur vom Gitter aus besichtigt werden, aber auch das lohnt sich. Man sollte auch den Blick über die mauer nördlich der Kirche ins Donautal nicht versäumen. ein kleiner Gang zu den Klostergebäuden, die nicht zu besichtigen sind, kann aber daran erinnern, dass hier Sebastian Sailer die "Schwäbische Schöpfung" gedichtet und aufgeführt und Marie Antoinette auf der Reise von Wien nach Paris in diesem Prämonstratenserkloster genächtigt hat.

Weiter auf der B311 in Richtung Riedlingen bis zur Abzweigung nach Zwiefaltendorf. Man fährt über die Donau, vorbei an einem kleinen Schlösschen und der einzigen Gaststätte Deutschlands, in der man nach dem Vesper in demselben Gebäude eine Höhlenbesichtigung machen kann. Auf dem Kirchturm ist ein Storchennest, in dem jedes Jahr Störche brüten. Im Tal der Zwiefaltener Ach führt die Straße nach Zwiefalten. Imposant ist schon die Fassade der Klosterkirche. Die Benediktinermönche haben in den Jahren von 1745 bis bis 1765, dem Weihejahr für ihren Kirchenbau die größten Architekten, Baumeister, Stukkateure, Maler und Bildschnitzer geholt. Es sind die Namen Joh. Mich. Fischer, Joh. Mich. Feichtmayer, Franz Jos. Spiegler und Vater und Sohn Christian. Das kunstvolle Gitter von 1760 ist nicht immer geöffnet, aber auch hier lohnt sich schon der Blick von hier aus in die Kirche, die 1974 bis 1984 hervorragend restauriert wurde. Im Sommer finden Konzerte statt, die in der Presse angekündigt werden. Über Riedlingen, auch hier würde sich ein kleiner Rundgang lohnen, geht die Fahrt über die B312 wieder zurück nach Biberach.

Text: Kristel Buttschardt

Info: Öffnungszeiten Kalkofenmuseum: 2. April bis 29. Oktober, sonntags 11 bis 17 Uhr; Mochental,,,?

Websites und Öffnungszeiten:

 

Ruhen, Rasten, Spachteln: